Mythologie, Legenden und Co. – was ist das?

Als Mythologie bezeichnet man die Gesamtheit der Mythen, Legenden und Sagen einer Kultur, die einen hohen Bekanntheitsgrad besitzen. So spricht man von der Mythologie der Griechen, Römer, Kelten o.a. In erster Linie sind damit alte, historische Geschichten gemeint, die in der Antike und im frühen Mittelalter entstanden, wie z.B. die Heldentaten des Herakles, das Nibelungenlied  oder die Artussage.

Auch wenn die Grenzen mittlerweile fließend sind, gibt es doch Unterschiede zwischen den einzelnen Erzähltypen.

Ein Mythos bzw. Mythen hatten ursprünglich stets etwas göttliches oder religiöses und verbanden das Leben der Menschen mit den göttlichen Wesen, so, wie man es z.B. aus den Geschichten der griechischen Mythologie kennt. Der klassische Mythos erhebt Anspruch darauf,  wahre Begebenheiten zu erzählen.

Die moderne Bedeutung von „Mythos“ ist inzwischen, dass es sich im Kern um eine Lüge handelt, die lange als Wahrheit galt.

Eine Legende ist ebenfalls eine Geschichte, die Anspruch auf Wahrheit erhebt, sie unterscheidet sich vom Mythos  dadurch, dass sie verschriftlicht wurde. Deshalb wird die Artussage auch oft als „Artuslegende“ genannt, seit ihre viel ältere mündliche Fassung im 12. Jahrhundert erstmals verschriftlicht und genau genommen zum ersten Weltbestseller der Belletristik wurde:-)

Ähnlich wie beim Mythos bedeutet „Legende“ heute, dass es eine weitgehend erfundene Geschichte ist, die einige glauben, andere nicht.

Eine Sage  war ursprünglich, wie es das Wort schon sagt, eine mündlich weitergegebene Geschichte, die zum Allgemeingut gehörte, d.h. viele Menschen kannten und kennen sie. Im Gegensatz zu allen anderen Erzähltypen beinhalten die als Sagen bekannten Geschichten immer einen wahren Kern, der mit der Zeit mehr und mehr ausgeschmückt und damit auch oft vergessen wurde.

So gehen Forscher heute davon aus, dass z.B.  die vielen Geschichten über Zwerge ihren Ursprung in Erzählungen über die Kinder haben, die im frühen Bergbau eingesetzt wurden, durch Lichtmangel und Hunger unter Wachstumsstörungen litten und im Aussehen frühzeitig vergreisten. Mit der Zeit wurde dann ein eigenes, magisches Volk aus ihnen und der Ursprung der Geschichten geriet in Vergessenheit. Schneewittchen ist also historisch gesehen bei einer Gruppe kindlicher Bergarbeiter untergekommen.

Ein Märchen war schon immer eine frei erfundene Geschichte und gehört eigentlich nicht zur Mythologie,  wird aber trotzdem oft hinzugezählt. Sie wurden zur Unterhaltung und Erziehung für Kinder und Erwachsene erzählt und traditionell  mündlich weitergegeben. Gesammelt und aufgeschrieben werden sie im deutschsprachigen Raum seit dem 18. Jahrhundert, die berühmtesten deutschsprachigen Märchensammler waren die Gebrüder Grimm, die gleichzeitig als Begründer der Germanistik gelten.

Damit ist das Märchen der Ursprung dessen, was wir heute als „Fantasy“ bezeichnen.

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