Raunachtraben

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Historischer Hintergrund

die Germanen

Der Sammelbegriff stammt von den Griechen, und vor allem von Caesar und dem römischen Geschichtsschreiber Tacitus, die schlicht alle östlich des Rheins siedelnden Stämme bis zum heutigen Balkanraum als „Germanen“ bezeichneten. Im 19. Jahrhundert bemühten sich Historiker im Rahmen der Nationalstaatengründungen mit aller Macht darum, eine gemeinsame germanische Kultur und Herkunft aus den antiken Quellen abzuleiten, und ein „Volk“ aus ihnen zu machen, um sie für politische Zwecke zu nutzen und, im 20.Jahrhundert, auch zu missbrauchen.

Erst mit Beginn des 21.Jahrhunderts begann man sich genauer und abseits der bis dahin durch die antiken Geschichtsschreiber geprägten Definitionen mit der Vielzahl von Stämmen zu beschäftigen, die als Nachbarn der Kelten zwischen Nord-, Ostsee, Rhein und Weichsel bis nach Südskandinavien siedelten.

Gegenwärtig ist man sich nicht mehr einig, wer tatsächlich zu den Germanen zu rechnen ist, es sind sowohl keltisierte Germanenstämme als auch germanisierte Keltenstämme zu finden und einige, die vielleicht eher zu den Skythen gehören. Einigkeit besteht jedoch weiterhin darin, dass die germanischen Stämme an den altgermanischen Sprachen und einen in seinen Grundzügen gleichen Götter- und Ahnenkult zu erkennen sind.

Die altgermanischen Sprachen können nur durch die vergleichende Sprachwissenschaft rekonstruiert werden, dabei greift man auf die durch Schriften frühestbezeugten Sprachen wie Gotisch, Althochdeutsch, Altenglisch u.a. zurück. Besonderen Bekanntheitsgrad hat das Gotische mit seiner Runenschrift, die auf nordischen Runensteinen erhalten blieb.

Im Götterkult wurden besonders  Odin/Wotan, Freya, Tyr/Donar und Thor  bei allen Stämmen verehrt, neben zahlreichen lokalen und regionalen Göttern. Wir finden sie heute noch in unseren Wochentagen wieder.

Die Germanen lebten als Selbstversorger in Sippengemeinschaften, die Anzahl der Bewohner einer Siedlung werden mit durchschnittlich 200 Personen angegeben. Ihre Langhäuser waren aus Holz, wurden gemeinsam mit dem Vieh bewohnt und hatten z.T. das imposante Ausmaß von 8 x 60 Metern. Geldwirtschaft gab es nicht, obwohl sie nach der Zeitenwende durchaus römische Münzen besaßen, auch Fernhandel oder eine bereits örtlich zusammengefasste Fertigung von Waren sind bisher nicht nachweisbar.

Kulturell werden die Germanen stets allesamt als patriarchal beschrieben, d.h. die männlichen Familien- und Stammesoberhäupter führten die Geschicke; Frauen, Kinder, unfreie Knechte und Mägde und Sklaven hatten zu folgen.

Ob Frauen tatsächlich eine grundsätzlich untergeordnete Stellung hatten, ist schon seit Jahrzehnten ein Streitpunkt. Zumindest bei den nordischen Germanenstämmen, aus denen im frühen Mittelalter die „Wikinger“ hervorgingen,  beweisen die „Sagas“, dass Frauen dieselben priesterlichen Funktionen hatten, wie Männer, z.b. als „Gyðja„, die u.a. den Segen der Götter empfing und vermittelte, oder „hafgyðja“, die dasselbe Amt für ihre Sippe und die Hausgemeinschaft inne hatte.

Wikipedia stellt einen sehr ausführlichen Artikel zu „den Germanen“ zur Verfügung:

https://de.wikipedia.org/wiki/Germanen#Germanische_Religion

oder hier Teil 1 der 4.teiligen Terra X Doku, 52 min., der aus der Sicht einer Priesterin berichtet


Geografischer Hintergrund

Den geografischen Hintergrund bildet meine Heimatstadt Recklinghausen. eine Kreisstadt mit rund 120.000 Einwohnern am Nordrand des Ruhrgebietes, direkt hinter der Stadtgrenze beginnt das ländlich geprägte Münsterland mit einem ausgedehnten Waldgebiet.

Sie entstand um 800 n.Chr. aus einem karolingischen Königshof, erhielt 1236 die Stadtrechte und besitzt einen Stadtkern, in dem Fachwerk aus dem 16. und 17. Jahrhundert und Gründerzeithäuser ein gemütliches Ambiente bilden.

Das besondere Schmuckstück der Stadt ist das Jugenstilrathaus aus dem Jahre 1905, das zu den schönsten Deutschlands gehört.

Einen Blick auf das Rathaus gibt es bei Wikipedia knapp unterhalb der Allgemeindaten zur Stadt, sowie weitere Impressionen unter dem Punkt 6 „Kultur und Sehenswürdigkeiten“

https://de.wikipedia.org/wiki/Recklinghausen

und hier ein Film;  Rundgang durch die Altstadt

 


Mythologischer Hintergrund

Für den Roman „Raunachtraben“ habe ich Aspekte der nordischen und der kontinentalgermanischen Mythologie gemischt und nur einige wenige Aspekte herausgegriffen.

Odin und seine Raben

Auch über Odin streiten die Gelehrten, wie sollte es auch anders sein:-) Den einen gilt er als ältester und von allen germanischen Stämmen verehrter Hauptgott und Göttervater, die anderen meinen, er sei ein nordgermanischer Gott und sein Kult habe sich von dort langsam nach Süden ausgebreitet.

In der Mythologie jedenfalls ist er weise, kämpferisch und trinkfreudig zugleich und hat wie viele antike Hauptgottheiten viele Kinder mit vielen Frauen. Jeden Morgen reitet er mit seinem achtbeinigen Ross Sleipnir zu einem seiner beiden Paläste in Asgard, der Wohnstatt des göttlichen Asengeschlechtes, und blickt über die Welt.

Da er jedoch eines seiner Augen opferte, um Weisheit zu erlangen, wird er von seinen beiden Raben Hugin und Munin begleitet, die für ihn die Welt der Menschen, Midgard, durchfliegen, um ihm Bericht zu erstatten. Die beiden Raben als göttliche Begleiter und Helfer Odins sind seit etwa 400 n. Chr. dokumentiert, ihre Namen sind isländischer Herkunft. Hugin bedeutet „Gedanke, Sinn“, Munin „Erinnerung“.

Asen, Wanen und „Frau Holle“

In der nordgermanischen Mythologie sind die Wanen das ältere Göttergeschlecht, die für Fruchtbarkeit, Wachstum und alles Erdhafte stehen. Die Asen, zu denen u.a. Odin, Loki, Thor und Heimdall gehören, besiegten die Wanen den Legenden nach in einem Götterkrieg. Dieser endete mit einem Friedensschluss, als Unterpfand wurden Geiseln ausgetauscht.

Die Wanengeschwister Freyr und Freya mussten fortan bei den Asen leben. Die dritte Geisel ist in den nordischen Fassungen der Legenden ihr Vater Njörd, ein Meeresgott, in der kontinentalgermanischen Fassung ist es jedoch ihre Mutter Nerthus, eine Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus (58 – 120 n.Chr.) beschreibt allerdings die Göttin Nerthus als Mutter des Wanengeschlechtes und erwähnt Njörd eher nebenbei als ihren Bruder.

Für den Roman habe ich mich entschieden, es mit Herrn Tacitus zu halten, denn die Göttin Nerthus lebte auch nach der Christianisierung der germanischen Stämme in der Gestalt der „Frau Perchta“ weiter, wie sie im Süden Deutschlands genannt wird. Deutschlandweit kennt man die Frau Perchta auch als „Frau Holle“. Die Göttin Nerthus ist ein gutes Beispiel dafür, wie vorchristliche Götter zu Märchengestalten wurden, nachdem die Ausübung der alten Kulte verboten worden war.

Opfermoore

Die ältesten kultischen Handlungen der germanischen Stämme macht man an den Opfermooren fest, an und in denen hölzerne Göttersteelen gefunden wurden. Archäologisch konnte nachgewiesen worden, dass die Opfermoore bereits um 600 v.Chr. als Kultstätten genutzt wurden und dies auch im Geheimen bis ins 11. und 12. Jahrhundert durchgängig geschah. Damit sind sie ein Verbindungsglied zwischen der vorkeltischen Kultur der Hallstadtzeit, den Kelten und den späteren Germanen. Einige der dort gefundenen Stelen weisen angebrachte Phalli aus Holz auf, wie man sie auch für frühe Abbildungen des Gottes Odin in Skandinavien fand. Besonders bekannt wurden die Opfermoore durch die dort gefundenen, meist gut erhaltenen Moorleichen.

Das im Roman beschrieben Ritual im Opfermoor ist für die Pfahlgötter zwar nicht belegt, folgt jedoch älteren, vorantiken Praktiken.

Hier kann man sich diese Pfahlgötter bei Wikipedia ansehen

https://de.wikipedia.org/wiki/Anthropomorphe_Pfahlg%C3%B6tter

und hier ein sehr schöner Rundgang durch das Opfermoor Oberdorla und eine detailgetreu rekonstruierte Germanensiedlung

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Moorleiche

Raunächte

Die zwölf magischen Nächte gehen auf den vorchristlichen Mondjahreskalender zurück, dem zwischen dem Ende des alten und dem Beginn des neuen Jahres 12 Nächte fehlten. In dieser Zeit galten die Gesetze der Naturkräfte als außer Kraft gesetzt und die Grenze zur magischen Anderswelt als durchlässig. Im Volksglauben zog in diesen Nächten die „Wilde Jagd“ der magischen Wesen, Dämonen und Seelen Verstorbener mit den Winterstürmen durch die Dörfer und die Menschen kamen zusammen, um in den gut verschlossenen Häusern gemeinsam stand zu halten.

Um die wilde Jagd nicht auf sich aufmerksam zu machen, durfte z.B. in dieser Zeit auch am Tage keine weiße Wäsche aufgehangen werden und insbesondere Frauen und Mädchen sollten am Abend das Haus nicht mehr verlassen, um den magischen Wesen nicht in die Hände zu fallen.

Im Roman habe ich auf die alte Rechnung für die Raunächte zurückgegriffen, die von der  Nacht vor der Wintersonnenwende 20/21. Dezember bis zur Sylvesternacht 31. Dezember/ 1. Januar reichte.

die Raunächte bei wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Rauhnacht

Perchten

Die gehörnten Fellwesen, die in den Raunächten durch die Dörfer ziehen und die Menschen auf derbe Art necken, gehören zum süddeutschen und bayrischen Brauchtum, doch es gibt sie auch unter dem Bergriff „Krampus“ in Österreich.

Es ist umstritten, ob diese Umzüge römische Wurzeln haben, dort wurden ähnliche Umzüge zu den Kalenden- und Neujahrsfesten abgehalten, oder ob ihre Ursprünge eher der keltischen und germanischen Kultur zuzurechnen sind. Erstmals schriftlich erwähnt wurde ein „Perchttag“ im 11. Jahhundert, gemeinsam mit der Frau Perchta, ihrer Herrin, die, wie oben bereits erwähnt, mit der Frau Holle verwandt ist und auf die germanische Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin Nerthus zurückgeht.Im 19. Jahrhundert wurden die Perchtenläufe wiederbelebt und gehören seitdem zum festen Brauchtum im Alpenraum.

Info dazu von wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Percht

und hier ein Film zu einem Perchtenlauf

 

 

 

 

 

Wikipedia bietet einen Artikel zur norgemanischen Religion an:

https://de.wikipedia.org/wiki/Nordgermanische_Religion

 

 

 

 

 

 

 

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