Satyri

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Historischer Hintergrund

Thraker und Griechen

Den thrakischen Stämmen, die in der Antike den Balkanraum  besiedelten, erging es wie den Kelten, sie erhielten ihren Sammelbegriff „Thraker“ von den griechischen und römischen Geschichtsschreibern. Ihr Siedlungsgebiet wurde 46 n. Chr. von den Römern erobert und zur römischen Provinz Thracia.

Viele Jahrhunderte zuvor jedoch vereinigte das Königreich der Odrysen um 450 v.Chr. für kurze Zeit die thrakischen Stämme. Um 341 v. Chr. unterlag es jedoch den frühen Persern.

Berühmt wurden die Thraker durch den Sklaven und Gladiator Spartacus und seinen 73 v.Chr. begonnen Aufstand gegen die Römer. Er starb 71 v. Chr, in der letzten Schlacht gegen die Römer, in der sein Heer aus aufständischen Sklaven vollständig aufgerieben wurde.

Lange Zeit ging man davon aus, dass die Thraker die griechischen Götter und die griechische Kultur im Zuge der 2. großen Welle der griechischen Expansionen und Koloniegründungen rund um das Mittelmeer und das Schwarze Meer ab ca. 700 v. Chr. übernamen.

Erst nach Fall des „eisernen Vorhanges“, nach 1989, als es westlichen Archäologen wieder möglich war, in größerem Umfang Forschungen in Bulgarien aufzunehmen, fand man heraus, dass es vermutlich eher anders herum war. Und dass die Griechen offenbar auch deshalb so erfolgreich wurden, weil sie von der thrakischen Hochkultur profitierten.

Das wird gegenwärtig heiß diskutiert, ebenso wie die noch weit älteren Funde aus dem Balkanraum, die auf eine Hochkultur hinweisen, die bereits um 5000 v. Chr. eine Schriftsprache entwickelt hatte, inzwischen als „Donaukultur“ bekannt. Also zu einer Zeit, in der Mesopotamien, das mit seiner um 2600 v.Chr. entwickelten Keilschrift ja als „Wiege der Kultur“ gilt, noch keine Rolle spielte.

Hier gibt es eine spannende Doku zur Donaukultur, 49 min.

Wer einige wissenschaftliche Infos zu den Neuentdeckungen bzgl. der alten Thraker und Griechen in Bulgarien lesen möchte, findet  sie z.B. hier:

http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/index2.php?object_id=31605103

oder hier, in einer Filmdoku zu den Thrakern, 55 min.

Die thrakische Sprache ist bis auf wenige Begriffe ausgestorben, ein thrakisches Wort kennen wir jedoch alle: Joghurt, den haben sie nämlich erfunden:-)

Skythen

So nannten die Griechen und später auch die Römer die Stämme der Reiternomaden, die ab dem 8./7. Jahrhundert v. Chr. am Schwarzen Meer, im heutigen Südrussland und der Ukraine lebten. Allerdings wurde das Gebiet in der Antike weiter gefasst und auch andere Völker als Skyten bezeichnet, wie Saken und Massageten; später auch die Goten. Die Skythen gelten als die Ersten, die eine sesshafte Lebensart wieder aufgaben und als Nomaden durch die Steppen zogen.

Inzwischen ist nachgewiesen, dass die skythischen Stämme nicht nur Kontakt zu den griechischen Kolonien in Thrakien hatten, sondern auch zu keltischen Stämmen, denn es wurden eine ganze Reihe keltischer Bestattungen im skythischen Siedlungsraum gefunden.

Aufsehen erregten in den letzten Jahren vor allem die Funde gut erhaltener skythischer Mumien, von denen viele eindeutig zu weiblichen Kriegern gehören. Mittlerweile gehen viele Forscher davon aus, dass es die legendären Amazonen tatsächlich gegeben hat und sie den skythischen Stämmen zuzuordnen sind. Andere bestreiten dies jedoch vehement und bezeichnen die bei Männern sonst eindeutigen Waffenzugaben in den Gräbern der Frauen als rein symbolische Grabbeigaben.

Wikipedia bietet einen Einstieg in das Thema „Skythen“:

https://de.wikipedia.org/wiki/Skythen

hier gibt es eine Doku zu den Skythen aus der Reihe „Schliemanns Erben“

Dionysos und die Dionysien

Historiker sind sich heute weitgehend einig, dass der griechische Gott Dionysos, der Gott des Weines, des Rausches und der Verwandlung, thrakischen Ursprungs war und von den Griechen übernommen wurde. Ebenso übernahmen sie die Dionysien, ein mehrtägiges Fest zu seinen Ehren. Bei den Thrakern wurde es lediglich mit religiösen Umzügen begangen, bei den Griechen wurde es zu einem ausgedehnten rauschhaften Fest mit reichlich Alkohol, Verkleidungen, Umzügen und schauspielerischen Darbietungen, das acht Tage dauerte. Im Rahmen der Festtage war es den ansonsten streng von der Öffentlichkeit abgeschirmten griechischen Frauen erlaubt, als wilde „Mänaden“, bekleidet mit Leopardenfellen, den Umzug zu begleiten. Die Männer verkleideten sich mittels Eselschweifen als Satyrn und ungezählte antike Abbildungen zeigen deutlich, dass Mänaden und Satyrn im Rahmen des Festes dem „freien Sex im Vollrausch“ frönten.

Inzwischen vermuten viele Historiker in den Dionysien den Ursprung unseres Karnevals und der vorangehenden Weiberfastnacht, was m.E.n. angesichts der großen Ähnlichkeit sehr naheliegend ist.

Auch hier bietet Wikipedia zwei interessante Artikel:

Dionysien:

https://de.wikipedia.org/wiki/Dionysien

Mänade:

https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4nade


Geografischer Hintergrund

Rodophengebirge

Die Geschichte des Fantasyromans „Satyri“ spielt in den Tälern und Ausläufern des Rodophengebirges, das heute die Grenze zwischen Griechenland und Bulgarien bildet. Dabei habe ich Kerons Berghütte auf den 1500 m hohen Berg Pangeon gestellt, den Wald der Muma und das Lager der Terasii um Avraám in das waldreiche angrenzende Tal des Flusses Strymon.

Historisch war das Rodophengebirge mit seinen Hochtälern und Flüssen Teil des Thrakischen Königreiches der Odrysen um etwa 450 v.Chr., während es an den Küsten zahlreiche griechische Stadtkolonien gab. Im Rodohphengebirge wurden zahlreiche Spuren des Gold- und Silberbergbaus aus thrakischer Zeit gefunden.

Kerons und Johannas Weg führt sie das Tal des Strymon hinab, durch einen von mir erfunden Taleinschnitt zwischen den Bergen Symvolon und Lekanis hindurch, über den Fluss Nestos hinweg bis zur Küste, an der die historische thrakische Stadt Abdera lag. Heute liegt das griechische Dorf Avdira ein wenig landeinwärts, die Überreste des historischen Abdera kann man sich jedoch über google earth ansehen.

Der Fluss Nestos ist auch heute noch eine unerschlossene Wildnis ohne Straßen, an dessen Ufern es tatsächlich Flamingos und Schakale gibt. Und die einzigen Touristen sind, soweit ich es recherchiert habe,  abenteuerlustige Trekkingfans, die auch beim nächtlichen Geheul der Schakale schlafen können:-)

Wer mag, kann sich hier ein paar Infos und Bilder anschauen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rhodopen

http://rhodopen.de/index.php?id=3

 Perperikon

Vorlage für den  alten Tempel der thraksichen Göttin Bendis in meinem Roman ist die uralte Heilige Stätte Perperikon im Gebiet der Rodophen, zur Zeit der Thraker eine heilige Stadt mit Tempeln, die u.a. den Göttern Zagreus und Dionysos zugeordnet werden. Später entwickelte sich die Anlage zu einem Zentrum des Orpheus – Kultes.

Hier gibt es einen kurzen, informativen Film dazu:

http://bulgariatravel.org/de/object/311/Perperikon

Abdera

Historische thrakische Hafen- und Seehandelsstadt, deren Ruinen noch heute etwas abseits des Dorfes Avdira in der griechischen Präfektur Xanthi zu besichtigen sind.

Bilder und mehr historische Infos:

hhttps://de.wikipedia.org/wiki/Abdera


Mythologischer Hintergrund

alte thrakische Götter

Bendis und Zagreus

Erst in jüngster Zeit wird der thrakischen Göttin Bendis, die stets mit Jagdbogen und Wolf dargestellt wird, wieder zugestanden, eine bedeutende Muttergöttin der Thraker gewesen zu sein und nicht nur die Göttin der Jagd, Als solche übernahmen sie erst die Griechen, die aus ihr die Göttin Artemis machten, die allerdings meist von einem Reh begleitet wird.

Bei den Thrakern war sie die Tochter der Göttin Zemele, der Mutter Erde, und des Gottes Boreas, dem Gott des Nordwindes. Typisch für die Götter der alten Thraker und auch noch der alten Griechen ist, dass viele Naturphänomene sich in eigenen Göttergestalten abbildeten, sie zeigen damit alte Traditionen des „schamanischen“ Weltbildes steinzeitlicher Kulturen.

Besonders spannend ist Bendis Sohn Zagreus, bei den Thrakern war er der personifizierte jugendliche Held,  wie er sich in Form vieler Helden durch alle Kulturen zieht. Betrachtet man seinen Namen genauer, steckt der Name „Zeus“ darin – Zagreus -, was einige Historiker zu der Vermutung veranlasst, in ihm den Ursprung des griechischen Göttervaters Zeus zu sehen, der damit auch thrakischen Ursprunges wäre.

Info zur Göttin Bendis, dort allerdings noch als „Göttin der Jagd“ bezeichnet

https://de.wikipedia.org/wiki/Bendis

Orpheus

Auch der griechische Gott Orpheus war ursprünglich ein Thraker. Aus der griechischen Mythologie kennt man ihn als begnadeten Sänger und Leierspieler, der seiner von Hades verschleppten Frau Eurydike in die Unterwelt folgte und bei ihr blieb, weil er den Fehler beging, sich verbotenerweise auf dem Rückweg nach ihr umzudrehen.

Für die  thrakischen Stämme war er der legendäre erste König, der zum Gott wurde. Bei den Griechen war er jedoch verknüpft mit dem verbotenen Geheimbund der Orphiker, für die es nur ein einziges göttliches Wesen gab, Phanes, der damit ein Vorläufer des Glaubens an nur einen Gott war.

Mehr Infos zu Orpheus:

https://de.wikipedia.org/wiki/Orpheus

Gestalten der griechischen Mythologie

Satyrn und Nymphen

Als niedere Waldgeister verkörpern sie Tanz, Musik und Lust und gehören zum Gefolge des Gottes Dionysus. Gerade ihre Verbindung zur körperlichen Liebe führte dazu, dass die Anfänge der Psychologie ihnen die männliche und weibliche Form der Sexsucht zuordnete, die „Nymphomanie“ und den „Satyrismus“.

Nymphen gab es in der griechischen Mythologie viele, sie stellten als Naturgeister, die u.a.Bäumen, Quellen, Bergen und Höhlen zugeordnet wurden, ebenfalls ein Erbe der „beseelten Natur“ alter steinzeitlicher Kulturen dar. Verbunden sind sie immer mit dem Schutz der Natur, mit Fruchtbarkeit und Lust.

Die Satyrn entwickelten erst im Laufe der Zeit die Gestalt, die wir heute von ihnen kennen. Sie verschmolzen mit den Figuren des griechischen Hirtengottes Pan und des römischen Waldgottes Faunus, beide besaßen den gehörnten Kopf, menschlichen Oberkörper und den Unterkörper einer Ziege oder eines Widders.

Artikel zu Satyrn bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Satyr

Artikel zu Nymphen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Nymphe

Kentauren

In der griechischen Mythologie liegt die Herkunft der Kentauren ein wenig im Dunklen. Nach einer von vielen anderen Legenden wurden die Kentauren vom thessalischen König Ixion mit einer Wolke gezeugt. In diese Wolke hatte sich Hera, die Gattin Zeus‘ verwandelt, als Ixion zudringlich wurde. Einige Historiker gehen davon aus, dass die Kentauren ein reales Vorbild hatten, nämlich die Steppenkrieger zu Pferde, wie die Griechen sie bei den skythischen Stämmen sahen, und glaubten, Krieger und Pferd seien ein einziges Wesen.

Artikel zu den Kentauren bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kentaur

Harpyien

Harpyien sind geflügelte Mischwesen, halb Frau, hab Vogel. Als  Töchter von urgöttlichen Titanen verkörpern sie die Sturmwinde. In den Legenden der griechischen Mythologie dienen sie Zeus, in dem sie die Seelen der Toten in den Tartaros bringen und diejenigen töten, die bei ihm in Ungnade gefallen sind. Sie werden als unverwundbar und schnell wie der Wind beschrieben, jedoch waren sie in der Frühzeit der griechischen Mythologie noch schöne junge Frauen mit Vogelflügeln. Die hässliche Gestalt eines Mischwesens aus Vogel und Frau erhielten sie erst mit der Zeit. Es gibt daher die These, dass auch sie ursprünglich zur steinzeitlichen Kultur gehörten, aus der viele, weiblichen Gottheiten zugeordneten, Statuetten bekannt sind.

Artikel zur mythischen Harpyie bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Harpyie_(Mythologie)

 Stymphalische Vögel

Kranichgroße Vogelungeheuer der griechischen Mythologie, deren Schnäbel, Krallen und Federn aus Metall waren und die ihre Federn wie Pfeile abschießen konnten. Sie zu vertreiben war eine der zwölf Aufgaben, die der Held Herakles bewältigen musste.

http://www.mythentor.de/griechen/herakles3.htm

Greif

Der Greif ist ein Mischwesen aus verschiedenen Tierkörpern. Die seit dem Mittelalter auch in Europa bekannte Gestalt besitzt meist einen Adlerkopf, den Körper eines Löwen, große Schwingen und den Schwanz einer Schlange oder eines Skorpions. Als mythische Kreatur ist der Greif sehr alt, sein Ursprung reicht bis in die altorientalischen Kulturen um 4000 v.Chr. zurück. Interessanterweise waren Greifen, als sie von der frühen griechischen Hochkultur der Mykener um 1700 v.Chr. übernommen wurden, ausschließlich weiblich. Sie wurden stets mit Zitzen abgebildet und weiblichen Göttinnen als Beschützer zugeordnet. Erst in späterer griechischer Zeit wurden sie männlich und waren sowohl Beschützer heiliger Plätze und Goldhorte, als auch gefürchtete Gegner im Kampf.

Zum Greif gibt es mehr bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Greif

Allgemeine Infos zur griechischen Mythologie:

griechische Sagen – Lexikon und Übersicht

http://www.griechische-sagen.de/#

griechische Mythologie

https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Mythologie

 

Fanart

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Io, ihre Wölfin Lazis und ein Bär

Die Görlitzer Künstlerin Nadja Stoykow hat die Geschichte 2013 illustriert, als sie noch im Entstehen war, was mir eine ganz besondere Ehre war und ist:-)

 

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